Flanger in my Mind

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Flanger in my Mind

Einzelausstellung, Teil der Ausstellungsreihe „Das Pfeifen im Walde“, Zwitschermaschine, Berlin 2022

Papier auf Wand, Klanginstallation, Wandarbeit: 208 x 336cm, Zeichnungen: je 42 x 29,7cm, Photos: © Carina Khorkhordina, 2022

Spuren von verglühenden Meteoriten in der Erdatmosphäre werden im Amateurfunk als Reflektoren für Funksignale verwendet, da die Signale sonst durch die Erdkrümmung begrenzt wären. Die Dauer der Reflexion variiert, je nach Höhe der Frequenz, von einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten. Deleuze und Guattari umschreiben das Radiohören auch als „eine Art von Klangmauer, das Territorien absteckt, um den Kräften des Chaos etwas entgegenzusetzen. Das Territorium kann auch geöffnet werden, (…) nicht von den Kräften des Chaos, sondern von den Kräften, die in ihm wirksam sind – man bricht aus, improvisiert, verbindet und vermischt sich mit der Welt. (…) Aus den klanglichen Linien sprießen Irrlinien mit Windungen, Verknotungen, Geschwindigkeiten (…) und verschiedenen Klängen.“*

In der Ausstellung Flanger in my mind werden diese Ausbruchsstellen unter die Lupe genommen. Der „Leitfaden des Liedchens“ reißt: kurze, kratzige Geräusche bewegen sich wie Kritzeleien im Innenohr und scheinen einer inneren Unruhe Form zu geben. Rückkopplungen modulieren Klänge im Rhythmus der menschlichen Atmung, Radiowellen erfassen summend atmosphärische Störungen.

In diesem Sinne fokussieren die ausgestellten Werke das Potential im Unbekannten, das durch Wiederholung, Rückkopplung und Reflexion entstehen kann.

* Deleuze, Gilles und Guattari, Félix: Tausend Plateaus. Kapitalsmus und Schizophrenie

Performance during the opening by Alessandra Eramo, SOLO FOR VOICE AND ELECTRONICS