Phantom Noise

Phantom Noise

Pigmentdrucke auf Folie, ortspezifische Klangkomposition, Neuer Kunstverein Gießen, 2021

Phantom Noise ist eine akustische Zeichnung aus Linien im Raum. Die Klänge erinnern an vorübergehende Tinnituserscheinungen oder Phantomgeräusche im Ohr. Die Aufnahmen für die Komposition entstanden durch Rückkopplungen zwischen einem Mikrofon und einem kontaktlosen Resonanzlautsprecher. Sie sind – wie auch Phantomgeräusche – ohne direkten Einfluss einer äußere Schallquelle entstanden. Die Eigenschwingung des Materials lässt die Frequenzen im Raum fühlbar werden, sie verändern sich mit der Bewegung des Körpers. So ist die Erfahrung der Komposition im Raum eine physisch als auch psychisch wirkende, die zwischen Anspannung und Entspannung variiert.

Ausschnitte der Klänge werden auch durch kleinformatige Pigmentdrucke auf Transparentfolien sichtbar gemacht. Die Verflechtung von Linien und Kurven, die Unterbrechungen, Schatten, Flecken und Wellen, die durch das Spektrogramm visualisiert werden, erinnern an ein kurzzeitig aus dem Gleichgewicht geratenes Nervensystem.

english below

 

Phantom Noise

Inkjet prints on transparencies, sound composition in situ, Neuer Kunstverein Gießen, 2021

Phantom Noise is a sound installation, an acoustic drawing of sounds lines, curves and planes in this particular exhibition space.

The high-pitched tones are reminiscent of temporary tinnitus symptoms. The recordings for the composition were made by a feedback loop between a microphone and a contactless resonant loudspeaker. Like phantom noises in the ear, they were created without the direct influence of an external sound source. The sounds can be felt in space, changing with the movement of the body. Thus the experience of the composition in space is one of physical as well as psychological impact, varying between tension and relaxation.

Excerpts of the sounds are also made visible through small-format pigment prints on transparencies. The interweaving of lines and curves, the interruptions, shadows, spots, and waves vizualised through the spectrogram are reminiscent of a nervous system briefly out of balance.